ScheiterLaufen – Umwege gehören zu deinem Weg.

Symbolisches Bild mit einer ruhigen, neutralen menschlichen Silhouette in einem tiefen, kreisförmigen Raum. Um die Figur herum schweben acht runde blaue Kreise mit weißen Zahlen von eins bis acht, gleichmäßig verteilt, ohne erkennbare Reihenfolge. Die Darstellung wirkt ruhig, strukturiert und abstrahiert.

Das Applied Recovery Modell

→ Einordnung zu bestehenden Recovery-Modellen

Die nachfolgenden acht Bereiche geben einen kompakten Überblick über das Applied-Recovery-Modell. Sie sind miteinander verbunden und bauen aufeinander auf.

Logo Applied Recovery – Recovery, Resonanz, Relevanz

Einordnung gegenüber etablierten Recovery-Modellen

Recovery ist kein neuer Begriff.
Das Applied Recovery Modell baut auf bestehenden Traditionen auf und ordnet Veränderungsprozesse mit einer eigenen Prozesslogik ein.

  • 12-Schritte-Programme (AA, NA): gruppengetragen, abstinenzorientiert und spirituell gerahmt. Applied Recovery ist nicht konfessionell und gibt kein einheitliches Ziel vor.
  • CHIME-Framework (Leamy et al. 2011): beschreibt Recovery über fünf Komponenten. Applied Recovery beschreibt fünf Phasen und richtet den Blick auf den Prozess.
  • Transtheoretisches Modell (Prochaska & DiClemente): ordnet Stufen der Verhaltensänderung ein. Applied Recovery ergänzt diese Perspektive um eine eigene Prozesslogik.
  • Recovery-Definition nach Anthony (1993): formuliert einen grundlegenden Recovery-Gedanken. Applied Recovery greift ihn in einer orientierenden Landkarte auf.
  • Weddinger Modell (Charité): arbeitet im institutionellen Kontext. Applied Recovery richtet den Blick auf Orientierung im Alltag.
  • Salutogenese (Antonovsky): fragt nach der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit. Applied Recovery teilt diese Blickrichtung.
  • EX-IN / Peer-Arbeit: stellt Erfahrungswissen und Peer-Perspektiven ins Zentrum. Applied Recovery ergänzt dies um eine eigene Prozesslogik und klare Rollen.

Das Applied Recovery Modell beschreibt fünf Phasen und zehn Schritte als orientierende Landkarte. Es hilft dabei, Erfahrungen einzuordnen und eigene nächste Schritte bewusster zu wählen.

Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 1. Im Hintergrund verläuft eine feine, ruhige Linie, die einen offenen Weg andeutet, ohne Anfang oder Ende.

Recovery als Weg, nicht als Methode

Recovery beschreibt einen menschlichen Prozess, der sich bei Veränderung, Neuorientierung und Belastung zeigt. Applied Recovery versteht Recovery nicht als Methode oder Zielvorgabe, sondern als Weg, der sich im Alltag wiederholt. Das Modell erhebt keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Es strukturiert bekannte Zusammenhänge als Landkarte zur Orientierung.

Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 2. Hinter der Zahl sind fünf dezente Punkte gleichmäßig angeordnet, die eine strukturierte Ordnung andeuten.

Die Landkarte: fünf Phasen & zehn Schritte​

Das Applied Recovery Modell beschreibt Entwicklung als klar strukturierte Landkarte mit fünf Phasen und zehn Schritten.
Diese Struktur gilt unabhängig vom Thema – für Recovery, persönliche Entwicklung, bewusste Veränderung und positive Zielausrichtung gleichermassen.

Die fünf Phasen beschreiben grundlegende Zustände im Prozess.
Die zehn Schritte zeigen die inneren Übergänge, die notwendig sind, damit Entwicklung tragfähig wird.

Die Landkarte sagt nicht, was jemand tun soll.
Sie hilft dabei zu erkennen, wo man sich im Prozess befindet – und welche Art von Vorgehen jetzt stimmig sein kann.

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Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 3. Hinter der Zahl ist eine dezente kreisförmige Bewegung zu sehen, die einen wiederkehrenden Zyklus andeutet.

Zyklische Prozesslogik: strukturell & zeitlich

Entwicklung verläuft nicht linear. Dass Prozesse sich wiederholen, stocken oder neu ansetzen, ist kein Fehler, sondern Teil natürlicher Regulation. Das Applied Recovery Modell betrachtet Zyklen auf drei miteinander verbundenen Ebenen:
  • Strukturelle Ebene: Die zehn Schritte bilden eine feste innere Reihenfolge. Bleibt ein Schritt offen, ist das kein „Scheitern”, sondern ein Hinweis auf noch fehlende Integration.
  • Zeitliche Ebene: Dieselbe Logik zeigt sich in unterschiedlichen Zeiträumen – vom unmittelbaren Moment bis zu längeren Entwicklungsphasen.
  • Bewusstseinsebene: Die Zyklen unterscheiden sich darin, wie bewusst sie ablaufen.
Nanozyklus (unterbewusst): unmittelbare, automatische Verarbeitungsreaktionen direkt nach einem Impuls. Mikrozyklus (präbewusst / Zwischenphase): erste, wahrnehmbare Bewegungen im Alltag (Kraft- und Tagesmomente), in denen Muster spürbar werden und sich beeinflussen lassen. Makrozyklus (bewusst): reflektierte, bewusst gefasste Entwicklung über Tage, Wochen oder längere Phasen – mit Klarheit und Ausrichtung. Wiederholung bedeutet nicht Rückschritt. Sie zeigt, dass ein Impuls noch nicht ausreichend durch eine Phase oder einen Schritt getragen werden kann.
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Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 4. Hinter der Zahl liegen drei halbtransparente Ebenen, die sich ruhig überlagern.

Mehrere Ebenen im Blick

Das Modell betrachtet mehrere miteinander verbundene Bereiche: körperliche Belastbarkeit, Wahrnehmung und Emotion, Regulation und Stoffwechsel sowie soziale und systemische Einflüsse. Die Darstellung dient der Orientierung und hilft, Zusammenhänge zu ordnen. Sie legt keine Massnahme fest.

Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 5. Im Hintergrund sind vier voneinander getrennte, ruhige Punkte sichtbar.

Faktoren & Einflüsse – Ursprung von Kraftmomenten

Bleibt ein Prozess wiederholt an derselben Stelle stehen, liegt der Ursprung häufig nicht in der aktuellen Situation, sondern in den Einflussbereichen, aus denen der Impuls entsteht.

Applied Recovery unterscheidet vier modellverbindliche Einflussbereiche:

  • Innere Faktoren
  • Äussere Faktoren
  • Systemische Faktoren
  • Umwelt- & technogene Faktoren

In diesen Faktoren können Prägungen und Glaubenssätze verankert sein, die sich zunächst unbewusst im Nanozyklus automatisch aktivieren und im Mikrozyklus präbewusst emotional oder körperlich spürbar werden.

Eine nachhaltige Veränderung entsteht jedoch erst im Makrozyklus, also auf der bewussten Ebene.
Dort werden diese Zusammenhänge erkannt, eingeordnet und neu ausgerichtet.

Die Faktoren helfen somit nicht nur zu verstehen, woher ein Thema stammt, sondern auch, auf welcher Bewusstseinsebene es aktuell wirksam ist – und wo Veränderung ansetzen muss.

Innere
Äussere
Systemische
Umwelt
Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 6. Eine feine Linie verbindet zwei abstrahierte Formen im Hintergrund.

Passungslogik & integrierte Methoden

Das Modell verbindet Phase, Schritt, Einflussbereich und Resonanzachse. So wird sichtbar, wo ein Prozess stockt und welche Form der Unterstützung zum aktuellen Schritt passen kann. Impulse werden bewusst gewählt und im Alltag geprüft. Entscheidend ist nicht die einzelne Technik, sondern ihre systemische Passung zum aktuellen Prozess.

Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 7. Dahinter sind mehrere abstrahierte menschliche Figuren auf gleicher Ebene dargestellt.

Kurse & Zusammenarbeit

Die Kurse führen schrittweise in das Modell ein und unterstützen dabei, Zusammenhänge auf die eigene Situation zu beziehen. Begleitende und Fachpersonen können das Modell vertiefen und in klaren Verantwortungsrahmen anwenden. Die digitale Begleitung ist in Entwicklung und wird erst verfügbar gemacht, wenn sie bereit ist.

Rundes blaues Icon mit der weißen Zahl 8. Hinter der Zahl befindet sich ein ruhiger, heller Mittelpunkt.

Haltung, Verantwortung & Fokus

Das Applied Recovery Modell kann gezielt bei Krisen und Belastungen unterstützen, wenn Menschen dies wünschen.
Gleichzeitig richtet das Modell den Blick nicht ausschliesslich auf Schwierigkeiten, sondern auch auf Ressourcen, tragende Erfahrungen und positive Entwicklungsimpulse.

Der Fokus verschiebt sich weg von reiner Problemfixierung hin zu einer differenzierten Wahrnehmung dessen, was trägt – ohne Schönrederei und ohne Verdrängung.

Das Modell versteht sich nicht als abgeschlossenes System.
Es ist offen für Weiterdenken, Erproben und Ergänzen in Praxis, Austausch und Forschung.
Applied Recovery steht für Selbstbestimmung, Transparenz und verantwortungsvolle Anwendung.
Weiterführende Informationen finden sich unter:

⇒ «Qualität & Verantwortung»